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Glossar

zentrale Begriffe im Kontext Betriebswesen, Existenzgründung & Unternehmensnachfolge


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Abgaben
Neben den Steuern müssen Sie als Selbständiger auch verschiedene andere Abgaben entrichten. Dazu gehören bspw. der Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung Ihrer Mitarbeiter, Beiträge für die Berufsgenossenschaft, die Sie und Ihre Mitarbeiter gegen Arbeitsunfälle versichert sowie - je nach Berufszugehörigkeit und Branche - Beiträge an die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer (HWK).

Abschreibung (AfA)
Abschreibung bezeichnet die (betriebswirtschaftliche) Wertminderung von Wirtschaftsgütern bzw. Unternehmensvermögen (Anlage- und Umlaufvermögen), etwa durch Alterung, Verschleiß oder Preisverfall. Der als Betriebsausgabe abzugsfähige Wertverlust wird Absetzung für Abnutzung (AfA) genannt und kann jährlich als steuerlicher Verlust im Zuge der Ermittlung Ihrer Einkünfte geltend gemacht werden.
Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Arten der Abschreibung:
1. Lineare Abschreibung
Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des abzuschreibenden Wirtschaftsgutes werden über die gesamte Nutzungsdauer in jedem Jahr um den gleichen Betrag abgeschrieben.
2. Degressive Abschreibung
Hierbei wird jährlich ein bestimmter Prozentsatz vom Buchwert abgeschrieben, sodass sich der Abschreibungsbetrag mit jedem Jahr vermindert. Wegen der zu Beginn höheren Abschreibung tritt die Steuer mindernde Wirkung der Ausgabe früher ein.
3. Progressive Abschreibung
Im Gegensatz zu 2. werden hier mit zunehmender Nutzungsdauer jährlich steigende Abschreibungen vorgenommen, d.h. es entsteht ein höherer Wertverlust zum Ende der Nutzung, z.B. weil eine Anlage mit der Zeit technisch anspruchsvoller und damit teurer wird.
Pauschal gibt es keine "am besten geeignete" Abschreibungsmethode, da diese von Ihren bilanziellen Zielen abhängt. Hierdurch bestimmt sich der Wert des abnutzbaren Anlagevermögens. Über den tatsächlichen Wertverlust hinausgehende Abschreibungen führen zu stillen Reserven im Unternehmen.
Die so gen. AfA-Tabellen legen fest, über welche Dauer ein Wirtschaftsgut abzuschreiben ist. Sie finden die Tabellen auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums (BMF).

Ausland
Mit der zunehmenden Internationalisierung im Wirtschaftsleben wachsen auch die Chancen für deutsche Unternehmen, neue Geschäftspartner und Kunden zu gewinnen. Bitte beachten Sie, dass sich die Geschäftsgepflogenheiten und rechtlichen Gegebenheiten z.T. stark von unseren unterscheiden. Einen Überblick erhalten Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (BFAI) unter www.bfai.de oder bei der zuständigen Außenhandelskammer (AHK).

Bank
Jeder Unternehmer sollte über mindestens eine "Hausbank" verfügen, zu der er besonders intensive Kontakte aufbaut und über die Jahre pflegt. Die Beziehung zu Ihrer Bank oder Sparkasse ist von grundlegender Bedeutung, besonders dann, wenn Sie einen Kredit oder andere Finanzierungsinstrumente in Anspruch nehmen möchten. Es empfiehlt sich, verschiedene Kreditinstitute anzusprechen und einen Termin mit dem Gründungsberater zu vereinbaren. Treten Sie überzeugt auf. Stellen Sie sich als Existenzgründer vor, berichten von Ihrem Vorhaben und bitten Sie um ein ausführliches persönliches Gespräch, um sich über Service, Preise und Geschäftspraktiken der verschiedenen Institute zu informieren.

Branchenerfahrung
Das "A&O" Ihres unternehmerischen Erfolgs sind die Erfahrungen und Kenntnisse, die Sie über die Branche, in der Sie sich selbstständig machen, mitbringen. Wie gut können Sie Ihre zukünftigen Kunden und deren Bedürfnisse einschätzen? Können Sie qualitätvolle und zuverlässige Lieferanten von schlechten unterscheiden? Welche Preise sind üblich oder überzogen?
Unterhalten Sie sich mit Experten, Beratern u.a.. Gut, wenn Ihre Kenntnisse auch durch erworbene Qualifikationen (z.B. Seminare, Weiterbildungen, Referenzen) gegenüber Banken oder Geschäftspartnern belegbar sind. Aber auch hier gilt: Neue Ideen und unkonventionelle Methoden, mit denen Sie positiv auf sich aufmerksam machen, können zum erhofften Erfolg führen.

Bürgschaft
Existenzgründer stehen häufig vor der Situation, dass die Hausbank das beantragte Darlehen grundsätzlich gewähren würde, sofern zusätzliche Sicherheiten geboten werden. Das angesparte Eigenkapital ist bereits vollständig eingesetzt, evtl. sogar die private Immobilie beliehen. Firmengrundstücke oder Anlagevermögen, die als Sicherheit dienen können, sind meist noch nicht vorhanden.
Hierfür haben der Bund und die Länder so gen. Bürgschaftsbanken eingerichtet, die unter bestimmten Voraussetzungen als Garantiegeber eintreten. Sie bürgen gegenüber Kreditinstituten in der Regel bis zu 80 % der beantragten Summe, für den restlichen Betrag haftet der Gründer persönlich.
Die Bürgschaft wird über Ihre Hausbank beantragt. Bitte beachten Sie dabei, dass Sie ausreichend Zeit einkalkulieren. Die im Bewilligungsausschuss beteiligten Institute sowie das Bundesland (als Rückbürge) werden u.U. Nachbesserungen von Ihnen erwarten, nachdem Sie die notwendigen Unterlagen bei der Bürgschaftsbank eingereicht haben. Da diese ein sehr hohes Risiko übernimmt, benötigt sie umfassende Informationen, die gründlich überprüft werden. Eine wichtige Voraussetzung für die Bürgschaft ist, dass Sie durch ein belastbares Unternehmenskonzept überzeugen und offene Fragen ausräumen können.
Die Laufzeit der Bürgschaft richtet sich üblicherweise nach dem Kredit.

Business-Plan
Der Business-Plan wird auch als das "Unternehmenskonzept" bezeichnet. Sie benötigen es spätestens, wenn Sie an die konkrete Umsetzung Ihrer Gründungsidee gehen und Kontakt zu Beratungsstellen oder zu Banken aufnehmen. Auf der Basis Ihres Konzeptes werden alle weiteren Gespräche verlaufen. Mit einem gut strukturierten und aussagekräftigen Papier werden Sie z.B. weniger Probleme haben, Geldgeber, Kunden und Mitarbeiter zu überzeugen.
Aus dem Konzept hervorgehen sollten u. a. eine fundierte Markt- und Branchenanalyse, die geplante Angebotspalette, Preisstruktur, Beziehungen zu Lieferanten und Kundenzielgruppen sowie Finanzierungsdaten und realistische Plan- und Renditezahlen, also plausible Annahmen über sämtliche erwartete Ausgaben und Einnahmen. Die dargestellten Plandaten können Sie wiederum für das spätere Controlling Ihrer Unternehmensentwicklung nutzen.
Hilfreiche Tipps für das Erstellen Ihres Business-Plans finden Sie in unserer Rubrik "Businessplan"...

Computer
siehe EDV.

EDV - Elektronische Datenverarbeitung
Ein funktionstüchtiger und mit aktueller Sicherheitssoftware ausgestatteter Computer ist heutzutage ein "Must" für jeden Unternehmer. Der PC ist mittlerweile das wichtigste Medium zur Nutzung des Internets und er dient damit zugleich Ihrer weltweiten Erreichbarkeit. Daneben bietet er eine effektive Hilfe für die Buchhaltung, das Rechnungswesen, Personalmanagement, zur Verwaltung von Kundendaten, Lager- und Warenbeständen sowie für die Abwicklung des Geschäftsverkehrs.
Stellen Sie zuerst den Bedarf an EDV-Ausstattung (Hard- und Software) für Ihre Firma fest. Überlegen Sie dabei, welche Aufgaben zu bewältigen sind und wie dies optimal geschehen soll.
Auch die Erstellung einer professionellen, die Zielgruppe ansprechenden Internetpräsenz gehört dazu. Lassen Sie sich bei Bedarf von einem Fachmann unterstützen, der alle Komponenten genau auf Ihre Anforderungen abstimmt. Ein Handwerksbetrieb legt den Schwerpunkt womöglich auf eine gut funktionierende Fakturierung; der Zulieferbetrieb oder Händler hingegen auf eine ideale Lagerverwaltung und ein rumd-um-die-Uhr verfügbares Online-Warenhaus, das Bestelllungen zuverlässig abwickelt.

Eigenkapital (EK)
Eigenkapital ist der Vermögensteil, der nach Abzug sämtlicher Schulden übrig bleibt. Gesellschaftsrechtlich ist das EK letztlich der Anteil der Eigentümer am Gesellschaftsvermögen, das den Gläubigern der Gesellschaft haftet. Im betriebswirtschaftlichen Sinne ist das Eigenkapital ein Teil der Passivseite der Bilanz. Es gliedert sich in Gezeichnetes Kapital, Kapitalrücklage, Gewinnrücklagen, gesetzliche Rücklagen, Rücklagen für eigene Anteile, satzungsmäßige Rücklagen, andere Gewinnrücklagen, Gewinnvortrag / Verlustvortrag, Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag.
Als Faustregel gilt: Eine Investition sollte mindestens zu 30 % aus Eigenkapital und höchstens zu 70 % aus Fremdkapital finanziert sein.
Anders als ein Fremdkapitalgeber erhält ein Eigenkapitalgeber in der Regel keine festen Zahlungsrückflüsse (Zinsen) und es besteht kein Tilgungstermin. Ein Sonderfall sind die eigenkapitalähnlichen Genussscheine, auf die beides zutrifft.
Im Fall einer Liquidation werden Fremdkapitalgeber vorrangig bedient, danach die Eigenkapitalgeber, sodass diese ggfs. leer ausgehen.

Einkommensteuer
Die Einkommenssteuer gehört zu den personengebundenen Steuerarten und wird aus dem Gewinn Ihrer Firma (nach Abzug aller Betriebsausgaben) sowie aus anderen persönlichen Einnahmen (wie Mieten, Zinsen etc.) ermittelt.

Entwicklungsphasen von Märkten oder Branchen
Sie wollen Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung bestimmten Kundengruppen anbieten. Dabei ist es wichtig, sich darüber Klarheit zu verschaffen, in welchem Stadium sie in ein existierendes oder gar neues Marktumfeld einsteigen und mit welcher Strategie Sie punkten wollen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht werden im Lebenszyklus von Märkten vier Phasen unterschieden:
1. Pionierphase
Der Markt für Produkte und Dienstleistungen ist im Entstehen begriffen. Risikofreudige Investoren und Unternehmer werden anfänglich einsteigen und können hieran partizipieren. Allerdings fallen auch besondere Kosten an, um Produkte / Dienstleistungen am Markt zu platzieren und bei den Kundengruppen bekannt und beliebt zu machen.
2. Wachstumsphase
Ein Produkt / eine Dienstleistung wird von den Kunden angenommen und nun verstärkt nachgefragt. Zu Beginn besteht noch nicht viel Konkurrenz; diese bildet sich mit zunehmender Nachfrage am Markt heraus.
3. Reifephase
Der Markt wird mittlerweile gut mit einem Produkt / einer Leistung versorgt. Ein jetziger Einstieg eignet sich für Brancheninsider, die die Schwächen der Konkurrenz kennen und für sich nutzen können, bevor eine Sättigung des Marktes eintritt.
4. Verdrängungsphase
Am Markt herrscht ein Überangebot des Produktes / der Dienstleistung mit einer breit angelegten und starken Konkurrenz. Der Markteinstieg wird sich nur noch mit innovativen Neuerungen, Produktveränderungen oder -spezialisierungen rentieren. Gleichzeitig müssen dadurch andere Mitbewerber verdrängt werden. In diesem Stadium expandieren etablierte Unternehmen ggfs. in andere Regionen oder ins Ausland.

Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)
Die EÜR ist eine relativ einfache Alternative zur Bilanzierung, die für nicht im Handelsregister eingetragene Kleingewerbetreibende oder Freiberufler in Betracht kommt. Sie ist beim Finanzamt einzureichen, wobei lediglich sämtliche betriebsbedingten Einnahmen und Ausgaben rechnerisch gegenüber gestellt werden.

Factoring
Das Factoring (Forderungszession) dient der kurzfristigen Umsatzfinanzierung. Dabei erwirbt ein spezialisiertes Finanzierungsinstitut, der Factor, die Forderungen seines Factoring-Kunden gegen dessen Abnehmer (Debitor), z. B. aus unbezahlten Rechnungen. Der Factor zahlt seinem Factoring-Kunden umgehend den Forderungskaufpreis, wobei der Kaufpreis dem tatsächlichen Forderungsbetrag abzüglich eines verhandelten Diskonts für die Leistungen des Factors entspricht. Einen Teil des Kaufpreises behält der Factor auf einem Sperrkonto ein, um das Veritätsrisiko bis zur endgültigen Zahlung durch den Debitor abzusichern.

Finanzamt
Nach der Gewerbeanmeldung erhalten Sie Ihre individuelle Steuernummer, unter der Sie zukünftig alle Steuererklärungen abgeben. Zusätzlich müssen Sie Angaben über den voraussichtlich erwarteten Gewinn machen. Diesen sollten Sie nicht zu optimistisch ansetzen, da in der Anfangsphase meist erhebliche Ausgaben und Investitionen anfallen, denen noch nicht unbedingt regelmäßige Einnahmen gegenüberstehen. Auf Basis der Gewinnangaben im Formular berechnet das Finanzamt Ihre zu leistenden Steuervorauszahlungen. Falls die Gewinnschätzung zu gering ausgefallen ist, werden Sie später Nachzahlungen leisten müssen, während Sie andernfalls eine Rückerstattung erhalten. Um gut zu kalkulieren, empfiehlt sich die Unterstützung durch einen kompetenten Steuerberater.
Näheres zur Kontaktaufnahme mit Ihrem Finanzamt erfahren Sie in unserer Rubrik "Steuertipps für Existenzgründer"...

Fördermittel
Neben dem Bund unterstützt auch das Land Niedersachsen den Aufbau einer unternehmerischen Existenz durch verschiedene öffentliche Hilfsprogramme. Es lohnt sich in vielen Fällen die (meist kostenlose) Existenzgründerberatung in Anspruch zu nehmen und sich über die Fördermöglichkeiten, z.B. durch Zuschüsse oder vergünstigte Kredite, beraten zu lassen. Die Programme der Wirtschafts- und Arbeitsmarktförderung unterscheiden sich nach Förderzweck, Form der Unterstützung, Konditionen und nötigen Antragsunterlagen. Erst wenn alle Rahmenbedingungen abgeklärt sind, sollte die Förderung im Finanzierungsplan einkalkuliert werden.
Weiterführende Informationen und Beratung erhalten Sie bei der NBank - Investitions- und Förderbank Niedersachsen (www.nbank.de) und in unserer Rubrik "Beratungsangebote & Fördermittel"...
Bitte beachten Sie, dass Fördermittel des Bundes und der Länder grundsätzlich nur über Ihre Hausbank beantragt und ausgegeben werden. D.h., nur wenn diese bereit ist, ihren Anteil am unternehmerischen Risiko zu tragen, können unterstützend öffentliche Gelder eingesetzt werden. Außerdem müssen staatliche Fördermittel grundsätzlich im Vorfeld beantragt werden; eine Investition oder ein geschlossener Vertrag werden nicht im Nachhinein finanziell bezuschusst.

Franchise
Franchising bezeichnet eine vertraglich geregelte Kooperation selbständiger Partner, wobei ein Unternehmer (Franchise-Geber) eine erprobte Geschäftsidee einem anderen Unternehmer überlässt (Franchise-Nehmer). Letzterer entrichtet dafür eine Gebühr an seinen Franchise-Geber, i.d.R. 10 % des Umsatzes. Meist wird zusätzlich eine Einstiegsgebühr für die erbrachten Vorleistungen des Franchise-Gebers erhoben (z.B. Aufbau des Franchise-Systems, Namensrechte, Standortanalysen).
Als Gegenleistung erhält der Übernehmer verschiedene Leistungen, wie die fertige/ festgelegte Produkt- bzw. Leistungspalette, Nutzung des geschützten Markennamens oder überregionale Marketingleistungen.
Im Gegensatz zu Vertragshändlern oder Handelsvertretern eines Markenprodukts sind Franchise-Nehmer nicht Kunde bzw. Vermittler auf Provisionsbasis des Herstellers.

Freiberufler
Als Freiberufler gilt, wer eine wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit oder persönliche Dienstleistung höherer Art selbstständig erbringt (§ 18 Abs. 1 Einkommensteuergesetz und § 1 Partnergesellschaftsgesetz). Einige Berufe - sog. Katalogberufe - werden namentlich aufgeführt, bspw. Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten, freiberufliche tätige Journalisten.
Als Freiberufler müssen Sie kein Gewerbe anmelden und zahlen grundsätzlich keine Gewerbesteuer. Sie können Ihren Gewinn per Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln (unabhängig von der Höhe Ihres Umsatzes) sowie für größere Anschaffungen im Vorfeld steuerfreie Rücklagen bilden (sog. Ansparabschreibungen) und so Ihren Jahresgewinn und die Steuerlast flexibler gestalten.
Ob Sie als Freiberufler gelten, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Stimmen Sie daher in jedem Fall Ihre Tätigkeit im Vorfeld mit Ihrem Finanzamt ab. Mehr erfahren Sie in unserer Rubrik "Steuertipps für Existenzgründer"... oder im Internet unter www.freie-berufe.de.

Fremdkapital (FK)
Fremdkapital bezeichnet den Teil der Mittel, der nicht vom Unternehmen oder dessen Inhabern zur Verfügung gestellt wird. Im betriebswirtschaftlichen Sinne ist das Fremdkapital ein Teil der Passivseite der Bilanz. Es gliedert sich in Verbindlichkeiten, Rückstellungen und die passiven Rechnungsabgrenzungsposten. Zu den Verbindlichkeiten zählen zum Beispiel (Bank-) Darlehen und Obligationen; innerhalb der Verbindlichkeiten kann das unternehmensnahe FK abgegrenzt werden, bspw. Darlehen von Aktionären oder Mitarbeitern des Unternehmens. Als FK werden auch Rückstellungen (Reserven) gezählt für voraussehbare später zu leistende Zahlungen, zu denen das Unternehmen verpflichtet ist (z.B. Steuerzahlungen und Sozialleistungen für das abgelaufene Geschäftsjahr).

Geschäftsbrief
Der Geschäftsbrief ist nicht nur die Visitenkarte Ihrer Firma, er muss außerdem bei Kapital- und Personengesellschaften sowie bei eingetragenen Kaufleuten (e.K.) bestimmte Formalien erfüllen. Diese sind: der Firmenname, die Rechtsform, bei Personengesellschaften der Vor- und Zuname mindestens eines voll haftenden Gesellschafters, Straße/Ort (mit Plz), Postfach (mit Plz), Telefonnummer (inkl. Vorwahl), Faxnummer, E-Mail- und Internet-Adresse, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, zuständiges Registergericht, Handelsregisternummer, Name und Vorname des Geschäftsführers, evtl. bestehende Mitgliedschaften und Angebotshinweise.
Das individuell auf Ihre Firma abgestimmte Briefpapier liefert im alltäglichen Schriftverkehr einen wesentlichen Beitrag für den Wiedererkennungseffekt bei Ihren Kunden und Lieferanten.

Geschäftsidee
Die Geschäftsidee bildet die Basis für Ihren unternehmerischen Erfolg; das ist klar! Sie sollte originell, aber auch realistisch und tragfähig sein. Eine Geschäftsidee muss allerdings nicht immer völlig neuartig sein. Nur etwa jeder 20. Jungunternehmer macht sich hierzulande mit einer brandneuen Idee selbstständig. Einige finden Inspirationen im Ausland und transportiren die Idee dann auf den deutschen Markt.
Beachten Sie, dass sich eine Geschäftsidee grundsätzlich nicht schützen lässt. Anders verhält es sich bei patentwürdigen technischen Innovationen; eine Erfindung oder ein technisches Verfahren lassen sich u.U. patentrechtlich schützen. Näheres hierzu erfahren Sie auf der Internetseite des Deutschen Patent- und Markenamtes: www.patentamt.de

Gewerbeanmeldung
Bevor Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen dürfen, müssen Sie die Gewerbeanmeldung bei dem für Sie zuständigen Gewerbeamt vornehmen. Dafür werden Gebühren von etwa 10 € bis 50 € fällig. Sie müssen eine Rechtsform wählen und den Unternehmenssitz festlegen. Nach der Anmeldung erhalten Sie Ihren Gewerbeschein (Gewerbeanmeldungsbescheinigung). Oftmals verlangen Lieferanten oder Geschäftspartner diesen Beleg, bevor Sie konkrete Angebote oder Preislisten übersenden. Mehr erfahren Sie in unserer Rubrik "Gründer-Knowhow"...

Gewerbesteuer
Die Gewerbesteuer ist von Gewerbebetrieben an die jeweilige Gemeinde zu entrichten, wenn der Ertrag einen bestimmten Freibetrag übersteigt. Der Steuerbetrag berechnet sich nach dem betrieblichen Gewinn, auf den ein sog. Hebesatz anzulegen ist. Dessen Höhe wird durch Satzung der Stadt festgesetzt.

Handelsregister
Das Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis, in das grundsätzlich jeder Interessierte Einsicht nehmen kann. Es wird beim örtlichen Amtsgericht geführt. Im Handelsregister sind der Name und die Anschrift der eingetragenen Firma, die Rechtsform, die Besitz- und Herrschaftsverhältnisse und der Name des Geschäftsführers verzeichnet. Ebenso sind bei Kapitalgesellschaften die Jahresabschlüsse zu hinterlegen. Für Einzelunternehmen ist der Eintrag nicht erforderlich.

Handwerksordnung (HwO)
Die HwO regelt die Ausübung eines Handwerks. Dabei wird unterschieden zwischen zulassungspflichtigem, zulassungsfreiem Handwerk und handwerksähnlichem Gewerbe. Voraussetzung für den Betrieb des zulassungspflichtigen Handwerks ist die Eintragung in die Handwerksrolle. Für die zulassungspflichtigen Handwerke besteht die sog. "Meisterpflicht".
Gewerbetreibende in Handwerksberufen sind zugleich (Pflicht-)Mitglieder der Handwerkskammer.
Seit 2004 sind verschiedene Neuregelungen im Handwerksrecht in Kraft getreten. So wurde die "Meisterpflicht" auf 41 zulassungspflichtige Handwerke beschränkt. Für 53 ehemals zulassungspflichtige Gewerke entfällt die Meisterpflicht; deren selbstständige Ausübung setzt keinen Befähigungsnachweis und damit keine Gesellenprüfung voraus. Dort kann sich im Grunde Jeder z.B. als Fliesenleger, Gebäudereiniger oder Raumausstatter im Voll- oder Nebenerwerb selbstständig machen.
Weiterhin meisterpflichtig sind Gefahren geneigte Handwerke wie Elektrotechniker, Klempner und Installateur (vgl. Handwerkskammer: Anlage A). Altgesellen können sich in diesen Gewerken jetzt auch ohne Meistertitel selbstständig machen. Voraussetzung dafür ist der Nachweis der praktischen Tätigkeit von 6 Jahren, davon 4 Jahre in leitender Position. Diese Möglichkeit besteht nicht für Schornsteinfeger, Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher und Zahntechniker.
Außerdem ist das Inhaberprinzip abgeschafft. Damit kann Ihr Unternehmen, wenn Sie ein zulassungspflichtiges Handwerk ausüben, dies tun, sobald ein Meister als Betriebsleiter eingestellt wurde.

Industrie- und Handelskammer (IHK)
Alle Gewerbebetriebe sind Pflichtmitglieder der IHK, egal, ob Sie als Kaufmann im Handelsregister eingetragen sind oder nebenberuflich eine Kleinstfirma führen. Der IHK-Beitrag setzt sich aus einem Grundbetrag und einer gewinnabhängigen Umlage zusammen. Die Höhe des Beitrags erfahren Sie bei der für Sie zuständigen Kammer. Existenzgründer sind unter Umständen zunächst von den Beiträgen befreit.
Handwerker sind Mitglieder der Handwerkskammer. Für Freiberufler besteht keine Kammerpflicht, sie sind allerdings - je nach Berufsbild - Mitglied in einem speziellen Berufsverband, wie der Rechtsanwaltskammer, der Ärztekammer, dem Bund selbständiger Versicherungskaufleute oder Steuerberaterverband.

Kapitalbedarfsplan
Der Kapitalbedarfsplan wird erstellt, um zu ermitteln, wie viel Kapital Sie für Ihre Unternehmensgründung benötigen. Darin sollten mindestens enthalten sein: die Investitionskosten, sämtliche laufende Kosten (wie Betriebsmittel, Personal-, Miet-, Pacht- und Leasingkosten), die Existenzgründungs-, Anwalts- und Steuerberaterkosten, der Kapitaldienst (Zins- und Tilgungszahlungen), Ihre persönlichen Lebenshaltungskosten und Ausgaben zur sozialen Absicherung sowie eine finanzielle Notreserve für unvorhergesehene Ereignisse.

Kapitalgesellschaft
Die Kapitalgesellschaft ist eine private, durch Rechtsgeschäft gegründete Körperschaft, deren Mitglieder einen gemeinsamen, meist wirtschaftlichen Zweck verfolgen. Sie unterliegt gesetzlich festgelegten Kapitalaufbringungs- und -erhaltungsvorschriften. Beispiele für Kapitalgesellschaften sind die Aktiengesellschaft (AG), die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).
Grundlage für das wirtschaftliche Handeln ist das Stamm- und Grundkapital der Gesellschaft; es wird bei der Gründung eingebracht und kann später auch verändert werden. Aus dem Gesellschaftsvermögen haftet die Gesellschaft unbeschränkt. Je nach Rechtsform der Gesellschaft ist ein bestimmtes Mindestkapital erforderlich.
Für die Gründung sind der Abschluss des Gesellschaftsvertrags, Feststellung der Satzung durch notarielle Beurkundung und die Eintragung in das Handelsregister erforderlich.
Die Willensbildung folgt dem Mehrheitsprinzip grundsätzlich nach Maßgabe der Kapitalanteile der Gesellschafter.
Die Mitglieder haften nicht unmittelbar gegenüber Gesellschaftsgläubigern.
Einige Unternehmer entscheiden sich bewusst gegen die Form der Kapitalgesellschaft. Eine Vollhaftung ist gerade unter Freiberuflern und kleinen Selbständigen verbreitet. Denn mit der Kapitalgesellschaft sind bestimmte Publizitätspflichten verbundenen und die Kosten einer Kapitalgesellschaft übersteigen die des Einzelkaufmanns. Außerdem spielt die Haftung in Branchen mit geringerem Risiko nur eine untergeordnete Rolle. Meist lassen sich Großgläubiger (z.B. Banken) ihre Forderungen zusätzlich mit persönlichen Bürgschaften der Gesellschafter absichern, sodass der Effekt der Haftungsbeschränkung eingeschränkt ist.

Kleingewerbe
Ihr Unternehmen gilt als Kleingewerbe, wenn Sie nicht mehr als 17.500 € Jahresumsatz im Vorjahr gemacht haben und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht über 50.000 € Umsatz machen. Unter diesen Voraussetzungen werden Sie nicht als Kaufmann betrachtet, so dass als Folge dessen für ein Kleingewerbe die Buchführungspflicht entfallen kann.

Kontokorrentkredit
Der Kontokorrentkredit wird von der Bank als Geldbetrag zur Verfügung gestellt, wenn Ihr Geschäftskonto in die negativen Zahlen kommt. Da hierüber alle laufenden Zahlungen abgewickelt werden, sollten Sie mit Ihrer Hausbank einen geeigneten Kreditrahmen vereinbaren; als Faustregel kann man in etwa drei Monatskosten einplanen.
Nur für tatsächlich in Anspruch genommene Beträge müssen Sie Zinsen zahlen, aber beachten Sie, dass dieser Kredit relativ teuer ist und daher nur als kurzfristige Zwischenfinanzierung dienen sollte. Zahlungseingänge auf Ihrem Geschäftskonto reduzieren automatisch die Verbindlichkeiten.

Kosteneffizienz
Im Zusammenhang mit "Rationalisierung" assoziiert man schnell den Einsatz von besseren und effizienteren Maschinen oder Kürzungen im Personalbereich etc.. Doch nicht nur in den Produktionsschritten, auch in der tagtäglichen Verwaltungsarbeit gibt es zahlreiche kleine Kostentreiber. Ein gutes Beispiel ist die Korrespondenz intern und extern.
- Verwenden Sie ab und an das Telefon anstatt Briefe zu diktieren und ggfs. korrigieren zu müssen.
- Greifen Sie (wo dies möglich ist) auf vorgefertigte Formulare oder Kurzbriefe zurück. Damit können Sie Ihren Kunden, Lieferanten u.a. schnell und ebenso verbindlich antworten.
- Setzen Sie PCs und moderne Textverarbeitungsprogramme ein, etwa indem Sie Textbausteine oder Briefvorlagen und sogar Emailentwürfe für diverse Standardfälle anlegen. Ergänzt um die individuellen Daten (ggf. aus der Kundendatenbank) haben Sie schnell einen formalen Brief erstellt.
- Gleiches gilt für Bestellbearbeitung und Kundenbetreuung.
Bei Bedarf bedienen Sie sich professioneller Hilfe, um die Arbeitsabläufe in Ihrem Büro und die sich wiederholenden Routineaufgaben einmal genau unter die Lupe zu nehmen und nach Optimierungen zu suchen.

Körperschaftsteuer
Der Körperschaftssteuer unterliegt der Gewinn von juristischen Personen, z.B. Kapitalgesellschaften (wie GmbH, AG), aber auch von Versicherungsvereinen mit Sitz im Inland. Die Körperschaftsteuer ist im Körperschaftsteuergesetz (KStG) geregelt.

Leasingvertrag
Leasing bezeichnet eine Finanzierungsalternative, bei der ein Leasinggeber dem Leasingnehmer ein Gut (meist Investitionsgüter, wie Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge) gegen Zahlung eines Entgelts zur zeitweisen Nutzung überlässt. Der Leasingnehmer zahlt Leasingraten, die die Kosten für die Herstellung oder Beschaffung, Finanzierung, Versicherung sowie einen Gewinnaufschlag umfassen. Das Leasing-Gut wird dabei nicht erworben, sondern nur für dessen Nutzung bezahlt; meist wird eine Kaufoption am Ende der Leasinglaufzeit angeboten.
Ihnen als Existenzgründer, dessen Startkapital vermutlich durch zahlreiche Geschäftsausgaben beansprucht wird, bietet ein Leasingvertrag die Möglichkeit, das vorhandene Kapital zugunsten anderer Maßnahmen oder des Liquiditätserhalts zu schonen. Es empfiehlt sich in jedem Fall, Kauf- (inkl. Darlehens-) und Leasingoptionen gegeneinander unter verschiedenen Aspekten zu vergleichen. Evtl. ziehen Sie dazu Ihren Finanz- oder Steuerberater hinzu.

Lieferantenauswahl
"Die Ersparnis liegt im Einkauf" - so lautet eine auch heute noch gültige Geschäftsweisheit. Über die Auswahl Ihrer Lieferanten können Sie eine Menge Geld sparen. Hierzu müssen Ihre Informationen über Preise, Rabatte und Spezialangebote auf dem aktuellen Stand sein. Gleichwohl kann die bekannte und bewährte Beziehung zu einem langjährigen, zuverlässigen Lieferanten Ihnen viele Überraschungen und Unannehmlichkeiten ersparen.

Lieferantenkredit
Der Lieferantenkredit (auch Handelskredit gen.) ist ein Kredit, den Ihr Lieferant (Kreditor) Ihnen als Kunden (Debitor) bis zu einem bestimmten Zahlungsziel einräumt. Das ist der Fall, wenn Sie die erhaltene Ware nicht sofort nach Rechnungseingang bezahlen. Er wird meist für 30 (bis 90) Tage gewährt und ist eine übliche Form, um den Warenumschlag zu finanzieren. Zur Sicherung wird vom Gläubiger meist ein Eigentumsvorbehalt über die gelieferte Ware oder Leistung gewählt.
Sollten Sie frühzeitig zahlen, achten Sie darauf, einen vereinbarten Skonto zu Ihren Gunsten abzuziehen. Dieser kann zeitlich gestaffelt sein (je früher, desto höher der Skontosatz).

Liquidität
Die Liquidität eines Unternehmens bezeichnet die Verfügbarkeit über genügend Zahlungsmittel, um den fälligen Verbindlichkeiten termingetreu nachzukommen. Nach dem Zeitraum, in dem die Zahlungsverpflichtungen fällig werden, unterscheidet man zwischen kurzfristiger Liquidität (unter 1 Jahr), mittelfristiger (1 bis 5 Jahre) und langfristiger Liquidität (über 5 Jahre).
Mangelnde Liquidität ist neben einer zu geringen Eigenkapitaldecke oder Überschuldung die häufigste Insolvenzursache. Ein Überziehen der Kreditlinien, nicht ausgenutzte Skontomöglichkeiten führen zu einer schlechteren Bonität. Daher sollten Sie eine ausreichende Liquiditätsplanung durchführen.
Eine zu hohe Liquidität dagegen führt zu Rentabilitätseinbußen. Wenn Sie Gelder nicht oder nur schlecht investieren, können Sie i.d.R. alle Zahlungsverpflichtungen leicht erfüllen, verzichten aber zumindest auf die übliche Verzinsung und verlieren inflationsbedingt einen Teil des Vermögens.

Lohnsteuer
Wenn Sie Mitarbeiter(innen) beschäftigen, müssen Sie für diese von deren Gehältern - je nach den individuellen Einträgen auf der Lohnsteuerkarte - die Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und evtl. die Kirchensteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen. In bestimmten Fällen, z.B. bei geringfügigen oder bei kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen, ist eine vereinfachte (pauschale) Besteuerung ohne Lohnsteuerkarte zulässig.

Markt
Der Begriff Markt im engeren Sinne den Ort, an dem Waren regelmäßig gehandelt oder getauscht werden (Handelsplatz). Im weiteren Sinne bezeichnet der Begriff heute das geregelte Zusammenführen von Angebot und Nachfrage von Waren, Dienstleistungen und Rechten.
Ist das Angebot größer als die Nachfrage, spricht man von einem Käufermarkt; ist das Angebot kleiner als die Nachfrage von einem Verkäufermarkt. Stimmen beide bei einem Handelsgut überein, so spricht man vom Marktgleichgewicht - gekennzeichnet durch einen gleichgewichteten Preis und Menge.

Marketing
Marketing bezeichnet das auf den Markt / in Absatz bringen von Waren, also die Ausrichtung der Unternehmensentscheidungen an den Marktgegebenheiten; dabei steht der Kunde im Mittelpunkt. Es ist also mehr als reine Werbung. Es ist das planmäßige Erkunden und das frühzeitige Auffinden und Umsetzen von Marktchancen.

Messe
Der Besuch von Fach- / Branchenmessen eignet sich sowohl zur Information über das aktuelle Marktgeschehen und Trends als auch zur Aufnahme oder Pflege von Kontakten zu Geschäftspartnern und Lieferanten. Eine Liste der wichtigsten deutschen und internationalen Ideen finden Sie auf der Internetseite des Verbandes der deutschen Messewirtschaft e.V.: www.auma.de

Mezzanine-Kapital
auch Mezzanine-Finanzierungen genannt - ist ein aus der Architektur abgeleiteter Begriff (= Zwischengeschoss). Es beschreibt Finanzierungsarten, die in ihren rechtlichen und wirtschaftlichen Ausgestaltungen eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital darstellen. Mezzanine-Geber sind häufig Private Equity-Gesellschaften, Banken sowie spezielle Mezzanine-Fonds. Das Mindestvolumen beträgt i.d.R. 500.000 €. Die Prüfung erfolgt meist in Form eines externen Ratings. Eine detaillierte Mehrjahresplanung, die den Zeitpunkt der vorgesehenen Rückzahlung einschließt, ist besonders für wachstumsorientierte Unternehmen von großer Bedeutung.
Die Ausgestaltungsmöglichkeiten von Mezzanine-Kapital sind gesetzlich nicht so stark reguliert, so dass flexible Finanzierungslösungen möglich sind, insb. bezüglich der Laufzeiten (i.d.R. zwischen 7 bis 10 Jahre), Kündigungsmöglichkeiten (z.B. wenn der Mezzanine-Nehmer in der Folge eine vorher definierte Eigenkapitalquote unterschreitet), Verzinsungs-, Gewinn- und Verlustregelungen oder Rückzahlungsmodalitäten. Mezzanine-Kapital kann eigenkapitalähnlich (sog. Equity Mezzanine) in Form von Genussrechten, wertpapierverbrieften Genussscheinen oder stillen Beteiligungen gegeben werden. Möglich sind darüber hinaus Wandel- und Optionsanleihen. Mezzanine-Kapital, das in Form von nachrangigen, partiarischen Darlehen oder Gesellschafterdarlehen gewährt wird, besitzt hingegen Fremdkapitalcharakter und ist in der Regel bilanziell als Verbindlichkeit zu erfassen (sog. Debt Mezzanine).

Mittelstandsbank
Die KfW-Mittelstandsbank ist 2003 aus der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) entstanden. Sie ist eine der Anlaufstellen in Sachen Fördermittel.

Qualitätssicherung / -kontrolle
In jeder Phase Ihres Unternehmens, besonders aber zu Beginn, sollten Sie die Qualität Ihrer Leistungen und Produkte genau kontrollieren oder möglichst von einem Dritten prüfen lassen. Hierzu können Sie Feedback-Bögen an Kunden ausgeben oder aber einen Kontrollprozess innerhalb Ihres Unternehmens etablieren.
Fehler und Ungenauigkeiten, die sich einschleichen, können dazu führen, dass das Vertrauen der Kunden in Ihre Dienstleistung schnell schwindet. Dann wird es schwer sein, einen verlorenen und unzufriedenen Kunden zurückzugewinnen.

Rechnungen
Rechnungen sollten stets korrekt geschrieben, d.h. auch alle Pflichtangaben enthalten - egal ob Sie eine Rechnung von Ihren Lieferanten erhalten oder Sie diese an Ihre Kunden verschicken. Das erspart Ihnen Zeit und Ärger. Denn: das Finanzamt stellt auf Grundlage des Umsatzsteuergesetzes besondere Anforderungen; bei fehlerhaften Rechnungen erkennt es u.U. den Vorsteuerabzug nicht an und Sie verlieren bares Geld.
Eine Rechnung muss grundsätzlich folgende Angaben enthalten:
- Namen und Anschrift des leistenden Unternehmens sowie des Rechnungsempfängers,
- Menge und handelsübliche Bezeichnung des gelieferten Gegenstands / Art und Umfang der Leistung,
- Zeitpunkt der Lieferung / Leistung,
- das (Netto-)Entgelt, der zutreffende Mehrwertsteuersatz (i.H.v. derzeit 19 % oder 7 %) und der berechnete Steuerbetrag, sowie die Gesamtsumme,
- Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Rechnungsstellers.
Bei sog. Kleinbetragsrechnungen (bis 150 €) werden Erleichterungen zugelassen.
Zusätzlich sollte eine Rechnung auch die Bankverbindung des Rechnungsstellers und die Angabe des Zahlungsziels aufweisen. Auch ein Skonto ist möglich.

Sicherheitsübereignung
Wenn Sie Anlagevermögen (z.B. Maschinen) oder Gegenstände (wie Büroeinrichtung oder Firmenwagen) mittels Darlehen gekauft haben, verlangen die Kreditgeber unter Umständen zusätzlich eine Sicherungsübereignung, bis das Darlehen getilgt und die Zinsen gezahlt sind. In diesem Fall dürfen Sie die erworbenen Gegenstände nicht ohne Zustimmung des Kreditgebers veräußern, beleihen oder hierüber anderweitig verfügen.

Skonto
Skonto ist ein prozentualer Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag (Brutto- oder Nettobetrag), wenn Ihr Kunde die Zahlung für die Warenlieferung oder erbrachte Leistung innerhalb einer bestimmten Frist oder direkt in bar leistet. Daher wird das Skonto auch oft (fälschlicherweise) als Barzahlungsrabatt bezeichnet. Sie können den Skontoabzug und dessen Bedingungen bspw. auf der Rechnung oder in Ihren AGB einräumen.

Steuerpflicht für Unternehmer
Als Unternehmer sind Sie selbst dafür verantwortlich, das alle fälligen Steuern rechtzeitig und vollständig erklärt und bezahlt werden. Diese Verantwortung tragen Sie auch weiterhin, wenn Sie einen Steuerberater beauftragt haben.
Relevante Steuerarten für Ihre Unternehmung sind die Einkommenssteuer bzw. Körperschaftssteuer, Lohnsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer. Mehr dazu erfahren Sie in unserer Rubrik "Steuertipps für Existenzgründer"...
Bitte beachten Sie, dass das Finanzamt Betriebsausgaben nur dann als steuermindernd anerkennt, soweit diese im Einzelnen durch Belege und Quittungen nachgewiesen werden. Hierbei dürfen Sie natürlich auch die Kosten zur Vorbereitung Ihrer Existenzgründung geltend machen (z.B. Reisekosten, Beratungshonorare oder Fachliteratur).

Umsatzsteuer
Die Umsatzsteuer (oder Mehrwertsteuer) ist eine sog. Endverbrauchersteuer und daher für Ihr Unternehmen kostenneutral. Sie müssen die Umsatzsteuer auf alle Rechnungsbeträge aufschlagen - es sei denn Sie betreiben ein Kleingewerbe.
Die Umsatzsteuer beträgt derzeit 19 % bzw. 7 % für Lebensmittel, Bücher, Zeitschriften oder Blumen.

Unternehmenskonzept
siehe Business-Plan.

Unternehmergehalt
Das Unternehmergehalt bezeichnet ein fiktives Entgelt für den Selbständigen. Einzelunternehmer und Personengesellschafter beziehen kein Gehalt, sondern entnehmen ihr Salär der Firma. Es muss somit entsprechend in den Kalkulationen berücksichtigt werden.
Demgegenüber erhält in Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) der Geschäftsführer oder der Vorstand ein reguläres Monatsgehalt. Dieses ist als Steuer mindernde Betriebsausgabe abzugsfähig.

Unternehmerisches Risiko
Bei keiner Existenzgründung oder Geschäftsübernahme kann Ihnen jemand den Erfolg garantieren. Es verbleibt immer ein unternehmerisches Risiko, das Sie als Unternehmer tragen. Im Gegenzug haben Sie auch die Chance, sich als eigener Chef zu verwirklichen und einen Gewinn aus Ihrer selbständigen Tätigkeit zu ziehen.
Bestimmte Branchen oder Unternehmungen sind per se mit einem höheren Risiko behaftet als andere. Entscheidend kann bspw. sein, welche Anfangsinvestitionen Sie als Unternehmer vorstrecken müssen, und wie lange es durchschnittlich dauert, bis Sie einen Cash-Flow erzielen. Handelt es sich um kurzlebige Produkte, ändern sich die Kundenwünsche sehr rasch? Oder bieten Sie persönliche Dienstleistungen an, die keine großen Investitionen erfordern? Vielleicht aber einen ständigen, kostenintensiven Fortbildungsbedarf?
Ein Unternehmen zu wagen, bedeutet nicht, leichtsinnig unbedachte Risiken einzugehen - ein guter Unternehmer geht stets nur kalkulierbare Risiken ein. Reduzieren Sie - soweit möglich - bestimmte Risiken. Nähere Tipps hierzu erfahren Sie in unserer Rubrik "Gründer-Knowhow"...

Venture Capital (VC)
Auch Risiko- oder Wagniskapital genannt - bezeichnet Kapital, das für Unternehmen in (hoch-)innovativen Zukunftsbranchen (z.B. Forschung & Entwicklung, Medizintechnik oder Computertechnologie) bereitgestellt wird. Eswird entweder in Form von (vollhaftendem) Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Finanzierungsinstrumenten (z.B. Mezzanine-Kapital oder Wandelanleihen) ins Unternehmen eingebracht, häufig durch sog. Venture Capital-Gesellschaften (VCG).
Risikokapital organisiert sich außerhalb des geregelten Kapitalmarktes, es gibt also keine Börsen. Damit ist Risikokapital Teil des Private Equity-Bereichs (engl. für "privates Beteiligungskapital").
Eine Risikokapitalbeteiligung zeichnet sich u.a. durch folgende Punkte aus:
- es handelt sich hauptsächlich um junge, nicht börsennotierte, hauptsächlich technologieorientierte Unternehmen (Startups).
- es handelt sich in erster Linie um Branchen, deren Lebenszyklus noch in einem Anfangsstadium steckt.
- die Erträge aus einer solchen Beteiligung sind zum Zeitpunkt der Aufnahme der Beteiligung oft noch nicht absehbar. Mehr noch sind sie mit einem sehr hohen Risiko verbunden, das bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Daraus erwächst aber regelmäßig bei einem Gelingen eine sehr hohe Rendite.
- die VCG stellt nicht nur Kapital zur Verfügung, sondern darüber hinaus auch "Management-Knowhow", um den i.d.R. unerfahrenen Unternehmensgründern zu helfen bzw. auch um die Beteiligung aus Sicht der VCG erfolgreich zu gestalten. Aus diesem Grund wird in diesem Zusammenhang häufig auch von intelligentem Kapital ("smart capital") gesprochen.
Der Kapitalgeber greift teilweise aktiv in die unternehmerischen Tätigkeiten ein (Managementunterstützung) und hilft mit seinem Netzwerk beim Ausbau von Geschäftsbeziehungen und der Einstellung von Personal. Der Gründer hat somit einen erfahrenen Helfer an seiner Seite, der das Wachstum des Unternehmenswertes aktiv fördert.

Werbemittel
Als Werbemittel, mit denen Sie Ihre Kunden gezielt auf Ihre Leistungen aufmerksam machen, können sich verschiedene Formen anbieten - je nachdem, um welche Kundengruppe es sich handelt.
Beilage
Werbemittel, das zusammen mit der regulären Ausgabe einer Zeitung oder Zeitschrift versendet wird.
Broschüre
Ein kleines Heftchen, in dem ein Produkt oder eine Dienstleistung beworben wird.
Direct Mail
Ein unaufgefordert zugesandtes Werbemittel, das per Post geliefert wird.
Mailing / Werbebrief
Unter Direct Mailings versteht man Werbebriefe, in denen Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen vorstellen. Diese Mailings senden Sie direkt per Post oder als Email-Newsletter an Ihre Kunden.
Beachten Sie, dass immer mehr Menschen auf ungewollt zugesandte Werbung negativ reagieren; das gilt wegen der zunehmenden Mengen an Werbung per Post genauso wie im Internet. Bitten Sie deshalb Ihre Kunden ausdrücklich um Erlaubnis, dass Sie ihm Werbung und Informationen zusenden dürfen (sog. "Permission Marketing").

Ziele
So wie Sie im persönlichen Bereich bestimmte Ziele verfolgen, sollten Sie sich auch unternehmerische konkrete Ziele setzen. Diese sind wichtig, um den eigenen Erfolg messbar zu machen, aber auch um Schritte zu planen, wie Sie die selbst gesetzten Ziele tatsächlich erreichen. Analysieren Sie daher vor Ihrer Gründung genau, was Sie verwirklichen wollen.
• In wie vielen Monaten / Jahren möchte ich mein eigener Chef sein?
• Wo liegen meine konkreten Umsatz- und Gewinnziele?
• Möchte ich Marktführer werden? Welchen Marktanteil möchte ich bis wann erreicht haben?
Beachten Sie, dass alle Ziele realistisch, messbar, zeitlich begrenzt, motivierend und sinnvoll sein sollen, und halten Sie die Zielvorgaben schriftlich fest. Danach können Sie operative Schritte entwickeln, wie Sie die Ziele im Einzelnen erreichen wollen.

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