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DIE ERSTEN SCHRITTE

Geschäftsidee erste Schritte Businessplan Finanzierung Steuertipps

Gut geplant ist halb gewonnen!
Gewerbebetrieb, Handwerker oder Freiberufler?
Sichere Informationsbasis schaffen!
Seien Sie Ihr eigener Kunde!
Was passiert eigentlich, wenn...?!
Ran an die Zahlen! - der Weg zum Finanz- oder Kapitalbedarfsplan

> Gut geplant ist halb gewonnen!

Ohne eine fundierte, sorgfältige Planung werden Sie schnell vor einer Menge offener Fragen stehen und dann vielleicht das Gefühl haben, unterzugehen. Vermeiden Sie trotz aller Anfangseuphorie "Schnellschüsse", denn: Langfristig angelegte Gründungen sind nachweislich erfolgreicher!
Sprechen Sie erst einmal mit Freunden, Bekannten und Branchenkennern über Ihre Idee. Verschaffen Sie sich einen ersten Eindruck davon, wie Fremde Ihre Chancen einschätzen. Vermutlich werden nicht alle Ihre Begeisterung teilen. Das ist normal, also lassen Sie sich nicht die Freude an der Gründung rauben. Nehmen Sie dennoch Kritik und Verbesserungsvorschläge konstruktiv an und beziehen diese in Ihre weiteren Überlegungen mit ein.

Um eine Gründungsidee umzusetzen, sind viele Aufgaben zu bewältigen. Welche müssen und wollen Sie zuerst anpacken?
Bevor Sie die Frage nach zinsgünstigen Existenzgründungsdarlehen oder Zuschüssen stellen, sollten Sie sinnvollerweise verschiedene andere Aspekte abklären:

  • Halten Sie ihre Idee möglichst genau und gut verständlich fest.
  • Überlegen Sie, ob Sie einen Betrieb neu gründen, ein bereits erprobtes Franchise-Konzept verwirklichen oder aber ein schon bestehendes, mehr oder weniger etabliertes Unternehmen übernehmen wollen. Letzteres kann im Einzelfall ein gute Alternative zur Neugründung sein, da Sie bereits auf vorhandenes Know-How, Betriebsvermögen, Geschäftsbeziehungen sowie einen etablierten Kunden- und ggfs. Mitarbeiterstamm zurückgreifen können;
    s. auch unsere Rubrik "Unternehmensnachfolge"...
  • Stimmen Sie gemeinsam mit dem Partner und Ihrer Familie ab, ob diese bereit sind, Sie bei der Firmengründung oder -übernahme zu unterstützen. In den ersten Jahren der Selbständigkeit werden Sie sicher ein erhöhtes Arbeitspensum bewältigen müssen und haben damit weniger Freizeit, ein ungeregeltes, nicht gesichertes Einkommen. Möglicherweise stehen Sie unter einer größeren physischen und psychischen Anspannung.
  • Das Unternehmertum erfordert von Ihnen viel Eigeninitiative, Ideenreichtum und Disziplin. Daneben sind die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen und deren Bedürfnisse zu erfassen, gefragt. Genauso wie das Talent, betriebswirtschaftliche Prozesse und das Marktgeschehen zu verstehen.
  • Klären Sie ab: Welche persönlichen Voraussetzungen, welche fachlichen Qualifikationen sind zur Ausübung Ihrer geplanten Tätigkeit erforderlich? Ist Ihr kaufmännisches Wissen für Ihre Selbstständigkeit ausreichend?
    Besuchen Sie bei Bedarf Existenzgründerseminare oder fachspezifische Weiterbildungen.
    Scheuen Sie nicht, die Hilfe von professionellen Beratern aufzusuchen. Coaching-Programme oder Beratungshonorare werden u.U. finanziell gefördert, s. auch unsere Rubrik "Beratung & Förderung"...
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem zuständigen Gewerbeamt, bei der Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer und der Agentur für Arbeit/Job-Center, welche Anmeldungen und Genehmigungen für Ihre Unternehmung erforderlich sind. Evtl. müssen Meldepflichten erfüllt und bestimmte Genehmigungsverfahren rechtzeitig eingeleitet werden.
  • Beachten Sie auch Ihre neuen Pflichten gegenüber dem Finanzamt, denn: Als Unternehmer sind Sie selbst dafür verantwortlich, dass alle fälligen Steuern rechtzeitig und vollständig erklärt und bezahlt werden. Diese Verantwortung tragen Sie auch dann, wenn Sie einen Steuerberater beauftragt haben.
    Und beachten Sie, dass das Finanzamt Betriebsausgaben nur dann als steuermindernd anerkennt, soweit diese im Einzelnen durch Belege und Quittungen nachgewiesen werden. Hierbei dürfen Sie natürlich auch schon die Kosten zur Vorbereitung Ihrer Existenzgründung geltend machen (z.B. Reisekosten, Beratungshonorare oder Fachliteratur).
    Näheres erfahren Sie in unserer Rubrik "Steuertipps für Existenzgründer"...

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> Gewerbebetrieb, Handwerker oder Freiberufler?

Je nachdem, welche Art von selbständiger Tätigkeit Sie ausüben wollen, müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um ein Unternehmen zu gründen oder zu übernehmen. Daneben unterscheidet auch das Einkommenssteuergesetz zwischen Einkünften aus gewerblicher Tätigkeit oder aus selbständiger Arbeit (freiberufliche Tätigkeit). Nähere Informationen hierzu finden Sie unter den downloads zum Thema.

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> Sichere Informationsbasis schaffen!

Stützen Sie sich bei allen weiteren Planungen möglichst nie auf spekulative Annahmen oder Hoffnungen!
Nutzen Sie qualifizierte Informationsquellen verschiedenster Art, wie z.B. Marktstudien, Fachliteratur und -zeitschriften, Unternehmensberater, Fallstudien. Umfassende Markt- und Brancheninformationen erhalten Sie z.B. beim statistischen Landesamt, der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer, bei Berufs- und Fachverbänden, teilweise auch bei Banken. Analysieren Sie den Markt und das Verhalten der Konkurrenz. Sprechen Sie mit Experten.
Hierbei dürfen Sie Ihrer Zeit durchaus vorauseilen, denn: Je länger Sie das Marktumfeld beobachten, desto besser werden Ihre Branchenkenntnisse im Laufe der Zeit.
Werten Sie nach der Sammlung die Informationen aus, versuchen Sie zeitnahe / zukünftige Entwicklungen und Trends ausfindig zu machen, die plausibel sind.
Haben Sie Gelegenheit, ein Trainee-Programm, ein Volontariat oder Praktikum zu durchlaufen oder aushilfsweise bei der Konkurrenz zu jobben? Tun Sie das ruhig einmal! Hierbei werden Ihnen viele Dinge auffallen, auf die Sie später achten können.

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> Seien Sie Ihr eigener Kunde!

Für Sie besteht mittlerweile kein Zweifel mehr daran, dass Ihre Geschäftsidee super ist - aber wie machen Sie das Ihren Kunden klar?! Setzen Sie sich kritisch u.a. mit folgenden Fragen auseinander:
- Würde ich meine Produkte oder Dienstleistungen kaufen und warum? Bis zu welchem Preis? Erwarte ich Sonderkonditionen?
- Wie und wo würde ich darauf aufmerksam werden? Welche Medien (Zeitungen, Internetseiten) nutzen meine Kunden? Wie finden mich meine Kunden, wenn Sie nach Branche "xy" suchen?
- Was für eine Erwartungshaltung hätte ich an den Service, zusätzliche Leistungen oder die Kundenbetreuung? Welche Produktvariante kommt bei wem am besten an?
- Ist der Firmenstandort geeignet? Verkehrsmäßig gut erreichbar für meine Kundengruppe? Entspricht er meinem verfügbaren Budget? Und passt er zum Image meines Unternehmens?
Machen Sie eine Umfrage in der Region oder schalten Sie Inserate, um (testweise) in Erfahrung zu bringen, wieviel Nachfrage tatsächlich besteht. Fokussieren Sie sich auf Ihre Zielgruppen und deren Bedürfnisse! Nehmen Sie in Kauf, dass diese von Ihren eigenen Wünschen oder Vorstellungen abweichen können, denn: Am Ende entscheidet der Kunde über Ihren Erfolg!

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> Was passiert eigentlich, wenn...?!

...möglicherweise werden Ihre Kunden nicht wie erwartet zahlen. Oder Sie haben noch nicht genügend Umsatz gemacht, um die nächste Warenlieferung vorzufinanzieren. Oder Sie geraten aufgrund der überraschend hohen Nachfrage selbst in Lieferengpässe; zusätzlich fällt gerade ein Teil Ihres Personals aus...
- Wie wirken sich solche Fälle auf Ihren laufenden Geschäftsbetrieb aus?
- Mit welchen Maßnahmen können Sie gegensteuern?
- Wie und wie lange werden Sie eine Durststrecke überstehen?
Auch potentielle Geschäftspartner und Finanziers werden Ihnen schon im Vorfeld viele kritische Fragen zu Ihrem Konzept stellen - besser Sie sind darauf gut vorbereitet, haben auch ein Worst-Case-Szenario bedacht und dafür nachvollziehbare Risikoabschläge berücksichtigt.

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> Ran an die Zahlen! - der Weg zum Finanz- oder Kapitalbedarfsplan

Kalkulieren Sie sämtliche betriebliche Kosten sowie die Zu- und Abflüsse, die künftig anfallen werden!

  • Hierfür benötigen Sie z. B. eine realistische Vorstellung über aktuelle Miet- und Pachtpreise.
  • Welches Anlage- und Betriebsvermögen ist notwendig? Maschinen lassen sich evtl. gebraucht oder aus Konkursmasse günstiger erwerben. Betrachten Sie Leasingangebote alternativ zum Kauf. Was bringen Sie privat mit ein (z.B. das eigene Auto)? Und welche Kosten dürfen Sie dafür ansetzen?
  • Lässt sich das Büro im Wohnhaus übergangsweise oder dauerhaft gut unterbringen? Beachten Sie, in einer gemieteten Wohnung müssen Sie die gewerbliche Nutzung vorab mit Ihrem Vermieter klären.
  • Eventuell entstehen zusätzliche Betriebskosten durch behördliche Auflagen, wie Arbeitsplatzverordnung, Hygiene-, Brandschutzbestimmungen o.a.. Informieren Sie sich hierzu rechtzeitig bei der zuständigen Gewerbeaufsicht und Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer.
  • Klären Sie unbedingt, wo die Risiken Ihres Betriebes liegen! Gegen die Hauptrisiken sollten Sie einen Versicherungsschutz vereinbaren, und das bereits ab Firmenstart. Vergleichen Sie verschiedene Anbieter und ermitteln Sie die genaue Höhe der einzelnen Versicherungskosten.
  • Denken Sie daran, dass Sie auch Ihre eigene soziale Absicherung neu regeln müssen. Dazu gehören die Kranken-, Renten-, Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung. Beziehen Sie auch Ihre zukünftigen persönlichen Kosten und (bestehende) finanzielle Belastungen mit ein (wie Ratenkredite, Kosten für Kinderbetreuung usw.).
  • Ermitteln Sie so Ihren zukünftigen Verdienst! Einzelunternehmer und Personengesellschafter beziehen kein Gehalt, sondern entnehmen das benötigte Salär der Firma. Es muss somit entsprechend in den Kalkulationen berücksichtigt werden. Überlegen Sie daher auch, ob sich eine Selbstständigkeit für Sie auszahlt.
    Demgegenüber erhält in Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) der Geschäftsführer oder der Vorstand ein reguläres Monatsgehalt. Dieses ist als Steuer mindernde Betriebsausgabe abzugsfähig.
  • Auch die Wahl der Rechtsform beeinflusst neben der rechtlichen die finanzielle Situation, z.B. weil ein bestimmtes Stamm- und Grundkapital bei der Gründung eingebracht werden muss; es kann später auch verändert werden. Aus dem Gesellschaftsvermögen haftet die Gesellschaft unbeschränkt.
    Eine Kapitalgesellschaft unterliegt gesetzlich festgelegten Kapitalaufbringungs- und -erhaltungsvorschriften; für die Gründung sind der Abschluss des Gesellschaftsvertrags, die Feststellung der Satzung durch notarielle Beurkundung und die Eintragung in das Handelsregister erforderlich.
  • Einige Unternehmer entscheiden sich bewusst gegen die Form der Kapitalgesellschaft. Gerade unter Freiberuflern und kleinen Selbständigen ist eher eine Vollhaftung verbreitet. Denn mit der Kapitalgesellschaft sind bestimmte Publizitätspflichten verbunden und die Kosten einer Kapitalgesellschaft übersteigen die des Einzelkaufmanns.
    Außerdem spielt die Haftung in Branchen mit geringerem Risiko nur eine untergeordnete Rolle. Meist lassen sich Großgläubiger (z.B. Banken) ihre Forderungen zusätzlich mit persönlichen Bürgschaften der Gesellschafter absichern, sodass der Effekt der Haftungsbeschränkung ohnehin eingeschränkt ist.
    Lassen Sie sich bei der Frage Rechtsform von Ihrem Steuer- oder Rechtsberater unterstützen!
  • Welche Liquidität wird für die laufenden kurzfristigen Ausgaben benötigt? Was fällt mittel- und langfristig an?
  • Und: welche Einnahmen stehen dem gegenüber?! Seien Sie mit Ihren Umsatzerwartungen nicht zu optimistisch!
    Gerade in der Anlaufphase, in den ersten drei Jahren, müssen Sie mit einer Durststrecke rechnen, während alle Ihre Kosten weiterlaufen. Die wenigsten Unternehmen florieren von einem Tag auf den anderen; schließlich müssen Sie zunächst bekannt werden und kontinuierlich einen Kundenstamm aufbauen, pflegen und erweitern.

=> Nachdem Sie alle Daten zusammengetragen haben, erstellen Sie Ihren Finanz- oder Kapitalbedarfsplan.
Folgende Posten sollten hier auf jeden Fall enthalten sein:

  1. Investitionskosten
  2. Laufende Kosten, wie bspw. Betriebsmittel, Personalkosten (inkl. Lohnnebenkosten) , Miet-, Pacht- und Leasingkosten, Versicherungsprämien
  3. Gründungskosten, wie Kosten für die Existenzgründungsberatung, Rechtsanwalts- und Steuerberaterkosten
  4. Kapitaldienst, u.a. Zins- und Tilgungskosten
  5. Soziale Absicherung, wie z.B. Krankenversicherung, Altersvorsorge, private Miete und Lebenshaltungskosten
  6. Finanzielle Reserve für unvorhergesehene Ereignisse - diese sollte ca. 15 % des Gesamtkapitalbedarfs ausmachen!

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