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FAQ - Häufige Fragen im Zusammenhang mit der Firmengründung und -übernahme

Zentrale Begriffe im Kontext Betriebswesen, Existenzgründung & Unternehmensnachfolge werden auch in unserem Glossarerläutert.

01. Wozu dient das Handelsregister und wer muss sich dort eintragen lassen?

Das Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis, das von den Amtsgerichten geführt wird. Es dient der Rechtssicherheit: Es weist alle tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse des Handelsverkehrs vollständig und zuverlässig nach. Wichtige Informationen liefert es vor allem für Geschäftspartner. Die Eintragung wird im Bundesanzeiger publiziert und in mindestens einer Tageszeitung, die vom Registergericht jährlich als Veröffentlichungsmedium bestimmt wird. Verpflichtet zum Eintrag sind Unternehmen aller Rechtsformen - außer Kleingewerbetreibende und BGB-Gesellschafter (GbR). Das Verzeichnis ist in zwei Abteilungen gegliedert: Abteilung A (HRA) bildet das Handelsregister für natürliche Personen und Personengesellschaften, also für eingetragene Kaufleute, Offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften. Abteilung B gibt Auskunft über juristische Personen, also Kapitalgesellschaften wie die GmbH, die GmbH & Co. KG und die AG.

02. Welche Institutionen helfen mir bei meinem Firmenstart und in den ersten Jahren als Jungunternehmen?

Die Kammern bieten kostenlos eine Analyse der eigenen Geschäftssituation und helfen beim Ermitteln der persönlichen Schwachstellen. Außerdem vermitteln sie BeraterInnen, die meist über staatliche Fördermittel finanziert werden. Die Banken bieten Krisenhilfe für alle GründerInnen, die sie finanziert haben. Ein ergiebiger Ansprechpartner ist zum Beispiel die KfW Mittelstandsbank. Bei ihren kostenlosen runden Tischen gemeinsam mit der NBank stellen Experten die individuelle Firmen-Situation eingehend auf den Prüfstand und machen Verbesserungsvorschläge. Nutzen Sie auch weitere Ansprechpartner wie u.a. kommunale WirtschaftsfördererInnen, Gründungsinstitutionen und -initiativen. Auch UnternehmerInnen und Manager im Ruhestand geben ihr Wissen gern weiter an GründerInnen und JungunternehmerInnen. Nutzen Sie für die Suche nach Unterstützung auch die Kontaktsuche im Niedersachsennavigator. Qualifizierte Beraterinnen und Berater können wertvolle Hilfe bei der Umsetzung Ihres geplanten Konzeptes leisten. Über Fördermittel des Landes Niedersachsen und des Bundes berät Sie gern die NBank.

03. Was ist Basel II?

Internationale Richtlinie des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, die ab dem 1. Januar 2007 neue Mindest-Eigenkapitalstandards für Kreditinstitute vorgibt. Im Kreditgeschäft der Banken wird dabei die bisherige pauschale Eigenkapitalunterlegung durch eine am Risiko orientierte Methode ersetzt. Hierzu analysieren die Banken die Bonität ihrer Kunden mit einem Rating. Das Rating-Ergebnis beeinflusst die Höhe der Eigenkapitalunterlegung eines Kredites und damit dessen Preis. Gleichzeitig verfügen die Kreditinstitute damit über eine Systematik, die eine zuverlässigere Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kredites zulässt. Diese Erkenntnisse lassen im Einzelfall eine exaktere Kalkulation des Kreditrisikos zu und führen zu einer Spreizung der Zinskonditionen am Markt. Bonitätsstarken Unternehmen eröffnen sich damit neue Verhandlungsspielräume in ihren Kreditgesprächen. Schwache Bonitäten müssen mit höheren Kreditzinsen rechnen.

04. Was bedeutet Betriebsaufspaltung?

Trennung eines bestehenden Gewerbebetriebs in zwei rechtlich selbstständige Einheiten. Die so genannte Besitzgesellschaft ist Eigentümerin des Anlagevermögens und vermietet bzw. verpachtet dieses an die Betriebsgesellschaft. Eine Betriebsaufspaltung wird dann steuerlich anerkannt, wenn eine mehr als hälftige Identität der Gesellschafter vorliegt. Ist dies nicht der Fall, entstehen in der Regel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.

Neben diesen steuerlichen Aspekten kann eine Betriebsaufspaltung in der Praxis auch zum Zweck der Haftungsbeschränkung oder im Zuge einer Nachfolgeregelung erfolgen.

05. Wer ist eigentlich ein Business Angel?

Vermögende Privatperson, die insbesondere Gründern und Jungunternehmern Beteiligungskapital und ihre unternehmerische Erfahrung zur Verfügung stellt.

06. Was bedeutet KMU?

EU-weite Definition der kleinen und mittleren Unternehmen. Hauptkriterien für die Klassifizierung sind neben der Beschäftigtenzahl der Jahresumsatz und das Bilanzvolumen. Die meisten Wirtschaftsförderprogramme des Landes stehen ausschließlich mittelständischen Unternehmen im Sinne dieser Definition offen.

07. Was ist ein Rating?

Bewertung eines Kreditnehmers nach quantitativen und qualitativen Gesichtspunkten. Als Ergebnis des Ratings wird der Kreditnehmer einer Ratingklasse zugeordnet, die wiederum bestimmt, ob und zu welchen Konditionen ein Kunde Kredit erhält. Mittelständische Unternehmen werden im Normalfall nicht durch eine Ratingagentur, sondern von ihrer Hausbank "geratet". Im Zuge der Einführung risikogerechter Zinsen bei Förderkrediten, hat das Rating auch hier Einfluss auf die Konditionen.

Hand mit Zigarette neben einem Fragezeichen

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