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Notfallplanung

Unternehmer nehmen in mittelständischen Unternehmen zentrale Positionen ein. Fällt der Unternehmer durch Unfall oder Krankheit unerwartet für einen längeren Zeitraum aus, so ist ohne jegliche Vorkehrungen für einen solchen Fall der Fortbestand des Unternehmens in hohem Maße gefährdet. Dieses Risiko für das Unternehmen bedeutet in der Regel zugleich ein hohes Risiko für die Familie des Unternehmers. Ohne Vorkehrungen trifft sie dieses Ereignis nicht nur emotional, sondern auch in hohem Maße finanziell.

Nach einer Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn wurden zwischen 2005 und 2009 knapp 66% aller Familienunternehmen aus Altergründen übertragen. Immerhin 26% der Nachfolgen resultierten jedoch aus plötzlicher Krankheit, Unfällen, Familienstreitigkeiten oder Ehescheidungen. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass Vorkehrungen zur Nachfolge auch dann schon getroffen werden sollten, wenn die Übertragung des Unternehmens eigentlich noch in weiter Ferne liegt. Denn eine unerwartete Unternehmensnachfolge kann einen Unternehmer in jedem Alter treffen. Dass auch Banken sich dieses Risikos bewusst sind, zeigt sich darin, dass die Existenz von Vorkehrungen für eine unerwartete Unternehmensnachfolge in das Rating einfließt und sich damit auf die Kreditkonditionen auswirkt.

Vorkehrungen für Führung und Eigentum

Ein Nachfolgenotfallplan kann eine umfassende Vorbereitung einer erwarteten Unternehmensnachfolge nicht ersetzen, ist aber in der Lage, die kurz- bis mittelfristige Handlungsfähigkeit eines Unternehmens bei unerwartetem Ausscheiden des Unternehmers zu sichern. Dabei setzt sich ein Nachfolgenotfallplan insbesondere aus Regelungen zur Führungs- und Eigentumssituation für das betroffene Unternehmen zusammen. Um kurzfristig eine kontinuierliche Führung des Unternehmens bei einem plötzlichen Ausfall des Unternehmers zu gewährleisten, sollten zunächst die Führungsaufgaben des Unternehmers identifiziert und dokumentiert werden, um darauf aufbauend einen oder mehrere Vertreter zu bestimmen. Bei mehreren Vertretern muss eine Person bestimmt werden, die bei Eintritt des Nachfolgenotfalls das weitere Vorgehen koordiniert und letztendliche Entscheidungsbefugnis besitzt. Zu beachten ist, dass diese Person weitreichender Informationen über den Unternehmensablauf sowie verschiedener Vollmachten, Schlüssel, Passwörter und PINs bedarf, um die kurzfristige Handlungsfähigkeit des Unternehmens sicherstellen zu können. Innerhalb des Nachfolgenotfallplans ist zudem zu skizzieren, wie eine mittelfristige Lösung der Führungsnachfolge aussehen soll. Um für den Fall des plötzlichen Versterbens des Unternehmers klare Verhältnisse bezüglich des Eigentums an dem Unternehmen zu gewährleisten, sollten auch erbrechtliche Vereinbarungen Teil des Nachfolgenotfallplans sein.

Neben den Regelungen für das Unternehmen sollte ein umfassender Nachfolgenotfallplan auch die Handlungsfähigkeit und den Lebensstandard der Familie absichern. Dazu sind neben Vorkehrungen zur finanziellen Absicherung der Familie sämtliche Vermögensgegenstände (Konten, Wertpapiere, Sammlungen, Immobilien, Grundbesitz), laufende Verpflichtungen, Verbindlichkeiten und Bürgschaften zu dokumentieren. Darüber hinaus sollten auch alle wichtigen Unterlagen wie Ehevertrag, erbrechtliche Vereinbarungen, Versicherungspolicen, Geburts-, Heirats- und Familienurkunden an einem Ort zusammengestellt werden.

Sobald sich die unternehmerischen und privaten Rahmenbedingungen eines Unternehmers verändern, ist auch der Nachfolgenotfallplan zu aktualisieren. Darüber hinaus sind die Beteiligten und Betroffenen eines Nachfolgenotfallplans über dessen Inhalte und den sicheren Aufbewahrungsort in Kenntnis zu setzen.

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