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Förderung Nachfolgemoderation

Land fördert Nachfolgemoderatoren - Unterstützung bei der Übergabe von Betrieben



Wer sein Unternehmen an einen Nachfolger abgeben oder sich durch eine Betriebsübernahme selbstständig machen will, kann sich dabei von einer Nachfolgemoderatorin oder einem Nachfolgemoderator unterstützen lassen. Bereits seit November 2011 fördern die EU, das Land Niedersachsen und die beteiligten Kammern Projekte der „Nachfolgemoderation". Zunächst erfolgte die Förderung im Rahmen eines zweijährigen -erfolgreichen- Pilotprojektes. Dieses ging 2015 nach einer kurzen Unterbrechung in der aktuellen EU-Förderperiode 2014-2020 in die "Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zum Einsatz von Nachfolgemoderatorinnen und Nachfolgemoderatoren" über. Bis 2020 besteht noch die Möglichkeit Projekte im Rahmen der Richtlinie durchzuführen. Derzeit sind drei Nachfolgemoderatorinnen für das Handwerk bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade bzw. der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (in Kooperation mit den HWKn Ostfriesland und Oldenburg) und ein Moderator für den IHK-Bezirk Lüneburg-Wolfsburg (in Kooperation mit der IHK Stade) beschäftigt.

Jedes Jahr liegt nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung in rund 2.400 niedersächsischen Unternehmen mit etwa 37.000 Beschäftigten ein Generationswechsel an. Gut die Hälfte der Unternehmen werden an die eigenen Kinder oder Familienmitglieder übergeben, 29 % an Externe und etwa 17 % an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens.

Die Nachfolgemoderatorinnen und -moderatoren sollen aktive Mittler zwischen abgebenden Unternehmern, an einer Nachfolge Interessierten und denjenigen sein, die darüber hinaus an einer Unternehmensübergabe beteiligt sind, wie zum Beispiel Berater, Anwälte oder Kreditinstitute. Für möglichst viele Unternehmen, die vor einem Generationenwechsel stehen, sollen frühzeitig Zukunftsperspektiven entwickelt und Know-how und Arbeitsplätze nachhaltig gesichert werden.

Daneben wird in Informationsveranstaltungen für die Übernahme eines bestehenden Betriebs geworben, denn auch aufgrund der demografischen Entwicklung und des zunehmenden Fachkräftebedarfs wird sich die Nachfolgeproblematik verschärfen. Hier stehen insbesondere Zielgruppen im Mittelpunkt, die hier bislang noch zu wenig vertreten sind, z.B. Migranten oder Hochschulabsolventen. Auch weibliche Nachfolgerinnen sind bislang eher unterrepräsentiert.

Die Kammern beraten auch unabhängig von dem Projekt rund um das Thema Unternehmensnachfolge. Im Regelfall werden die Kammerberaterinnen und -berater aber auf Nachfrage aktiv bzw. führen größere Informationsveranstaltungen durch. Damit werden überwiegend diejenigen erreicht, die sowieso schon ein Problembewusstsein entwickelt haben. Mit der direkten Ansprache älterer Unternehmerinnen und Unternehmer beschreiten die Nachfolgemoderatorinnen und -moderatoren einen neuen Weg.

Das Projekt ist Teil der Initiative „Niedersachsen gründet" und geht hervor aus dem „Netzwerk Unternehmensnachfolge in Niedersachsen". Dieses 2007 gegründete Netzwerk möchte die Rahmenbedingungen für den Generationswechsel in niedersächsischen Unternehmen verbessern und Inhabern wie potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern mit Information, Beratung und Förderung zur Seite stehen. Partner sind das Land Niedersachsen, die Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, die NBank sowie weitere Partner.

Weitere Informationen zum Thema Unternehmensnachfolge finden Sie hier.

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